Craft-Brauerei. England und Bier gehören zusammen das älteste alkoholische Getränk schon vor 10.000 Jahren in der Gegend rund um den „Fruchtbaren Halbmond“ gebraut wurde. Die Zillachtolarin hat zwei Engländer in Österreichs höchstgelegener Craft-Brauerei in Tux getroffen.

„Es hat sehr stark geschneit, auf der Straße lag viel
Schnee und es war eine tolle Stimmung.“ Timothy Jones hat im Winter 1991 Tuxer Boden betreten. „Da hab ich mein erstes Weißbier getrunken“, erinnert sich der gebürtige Londoner an seinen ersten Aufenthalt mit Kollegen der Royal Air Force (RAF). „Kennengelernt habe ich Tim über einen gemeinsamen Freund. Dieser hat hier englische Touristen als Skilehrer unterrichtet und führt heute sein eigenes Lokal in Deutschland“, so Neil Vousden. Der Zweite im Bunde hat in England die Ausbildung fürs Craft Brauen gemacht und Tim in seine Tuxer Wohnung eingeladen. „Diese war voll mit Ge-rätschaften, inklusive Balkon. Nach dem Verkosten hat Tim gemeint, dass wir mehr machen sollten“, so Neil.

Konkurrenz zu etablierten Bieren?
Die Popularität von Craft Bier hat für die zwei nicht nur mit den fünf Geschmacks-richtungen ihres Biers zu tun. Groß-
konzerne hätten im Lauf der Jahre die kleinen Dorfbrauereien verdrängt. Das sei ähnlich wie bei vielen Handwerkern, die vor gut 100 Jahren ihre Existenz auf Individualität begründet hätten. Abheben könne man sich nur mit hoher Güte. Ihr Bier sei nicht als Durstlöscher nach Feierabend gedacht. „Die Flaschen sind klein und unser Bier trinkt man am besten frisch zum Essen in gemütlicher Runde“, meint Neil. Im Produktnamen sind die Seehöhe von Lanersbach und die erste urkundliche Erwähnung von Tux in einer Zahl verpackt: TUX1280.
In seinem Leben hat Tim viel gesehen, auch Unschönes. „Heute können wir innerhalb weniger Stunden in andere Kontinente gelangen. Dabei erleben wir unglaublich viel und kommen mit neuen Ideen nach Hause.“ Nach seiner Zeit bei der RAF (auch in Krisengebieten) war er viel in Südostasien unterwegs. Wann immer Tim in Singapur, Hongkong, Thailand oder Vietnam war, konnte er kleine Brauereien entdecken. „Das hat mir irrsinnig gut gefallen. Auch in London gibt es kleine Hersteller. Ungefähr 300. Auf die Idee für das eigene Bier kam ich aber erst nach meinem Besuch bei Neil.“

Verschiedene Hopfenarten
Braut man den Gerstensaft nach dem Reinheitsgebot, dann sorgen nur Hopfen, Wasser und Malz für den typischen Biergeschmack. „Das Reinheitsgebot ist wichtig, daher gilt es schon seit 1516. Wir verwenden für unser Craft Bier fünf verschiedene Hopfen und ebenso viele Malzsorten. Dazu noch Himbeeren oder Vanille. Das macht den Unterschied aus“, erklärt Tim.
Kurz nach dem Jahrtausendwechsel habe in der Gesellschaft ein Umdenken begonnen. Dieser Bewusstseinswandel habe die Menschen dazu gebracht, intensiver über mehr Qualität nachzudenken. „Im Jahreslauf gibt es saisonale Höhepunkte. Spargel, Wildbret oder neuen Käse zum Beispiel“, so Neil. „Das gleiche gilt für Bockbier oder heurigen Wein. Alles zu seiner Zeit.“

Die zwei Bierbrauer sind überzeugt, dass in den kommenden zehn Jahren zu den bis-
herigen Craft-Brauereien in Österreich noch weitere 100 kleine dazukommen. „Zum Teil werden es Nachfolger der jetzigen sein.“ Das Schönste an ihrem Craft Bier sei, dass sie ein historisch bedeutendes Getränk nicht neu erfunden haben. Mit viel Passion und dem Hang zu höchster Qualität hätten sie es nur aufgefrischt. Tim und Neil haben schon mal aufgezeigt, aber sie haben noch einiges vor. Vor Beginn jedes Brauvorgangs muss die Wasserqualität überprüft werden. Chloride, Sulfate, Wasserhärte und pH-Wert sind für die beiden Bierbrauer von größtem Interesse. Denn am Ende soll ein Produkt höchster Qualität stehen. Der Braubottich wird mit heißem Wasser befüllt. Kleines Korn ganz groß. Im Zillertal wurde viele Jahre lang Getreide angebaut, und zwar großteils Gerste. Im Brauwesen wird sie nach wie vor verwendet. In der höchstgelegenen Craft Brauerei Österreichs lagern jede Menge Säcke mit Hopfen, Malz und Gerste. Aus einem dieser Säcke wird zu Beginn der Braubottich mit Gerste befüllt. Im Bottich haben sich das heiße Wasser und die Gerste zur Maische vermischt. Das Überbleibsel des Brauvorgangs im Bottich wird an das Vieh verfüttert. Da braut sich was zusammen: Was hier aussieht, wie ein wohliges Schaumbad in der Badewanne, ist die Basis für die an den Brauvorgang anschließende Gärung. Brauen ist nicht nur eine Frage des Geruchs- und Geschmackssinns. Beim blick durchs Refraktormeter ist ein gutes Auge wichtig. Mit diesem hochmodernen Messgerät stellt Neil Vousden die Stammwürze fest. Das Reinheitsgebot kennt Wasser, Hopfen und Malz als Zutaten. Im Bild ist die Zugabe des Hopfens zu sehen. Ein kleines Instrument mit großer Bedeutung ist der Wärmetauscher: Nach dem eigentlichen Brauen wird die „Basis“ für das spätere Bier vom Braubottich in den Gärbottich geleitet und von 100°C mittels Zugabe von Frischwasser auf 20°C heruntergekühlt. Die Hauptgärung im Gärbottich dauert zwischen zwei und vier Wochen, abhänging von der Biersorte. In großen Brauereien wird das Abfüllen des Biers in die Flaschen von riesigen Maschinen auf regelrechten Arbeitsstraßen gemacht. In der kleinen Brauerei in Tux können maximal drei Flaschen auf einmal befüllt werden. Die abschließende Gärung erfolgt in der Flasche. Nach Zugabe der Hefe werden die Flaschen mit einem Kronenverschluss verschlossen.

Craft-Brauerei. England und Bier gehören zusammen das älteste alkoholische Getränk schon vor 10.000 Jahren in der Gegend rund um den „Fruchtbaren Halbmond“ gebraut wurde. Die Zillachtolarin hat zwei Engländer in Österreichs höchstgelegener Craft-Brauerei in Tux getroffen.

„Es hat sehr stark geschneit, auf der Straße lag viel
Schnee und es war eine tolle Stimmung.“ Timothy Jones hat im Winter 1991 Tuxer Boden betreten. „Da hab ich mein erstes Weißbier getrunken“, erinnert sich der gebürtige Londoner an seinen ersten Aufenthalt mit Kollegen der Royal Air Force (RAF). „Kennengelernt habe ich Tim über einen gemeinsamen Freund. Dieser hat hier englische Touristen als Skilehrer unterrichtet und führt heute sein eigenes Lokal in Deutschland“, so Neil Vousden. Der Zweite im Bunde hat in England die Ausbildung fürs Craft Brauen gemacht und Tim in seine Tuxer Wohnung eingeladen. „Diese war voll mit Ge-rätschaften, inklusive Balkon. Nach dem Verkosten hat Tim gemeint, dass wir mehr machen sollten“, so Neil.

Konkurrenz zu etablierten Bieren?
Die Popularität von Craft Bier hat für die zwei nicht nur mit den fünf Geschmacks-richtungen ihres Biers zu tun. Groß-
konzerne hätten im Lauf der Jahre die kleinen Dorfbrauereien verdrängt. Das sei ähnlich wie bei vielen Handwerkern, die vor gut 100 Jahren ihre Existenz auf Individualität begründet hätten. Abheben könne man sich nur mit hoher Güte. Ihr Bier sei nicht als Durstlöscher nach Feierabend gedacht. „Die Flaschen sind klein und unser Bier trinkt man am besten frisch zum Essen in gemütlicher Runde“, meint Neil. Im Produktnamen sind die Seehöhe von Lanersbach und die erste urkundliche Erwähnung von Tux in einer Zahl verpackt: TUX1280.
In seinem Leben hat Tim viel gesehen, auch Unschönes. „Heute können wir innerhalb weniger Stunden in andere Kontinente gelangen. Dabei erleben wir unglaublich viel und kommen mit neuen Ideen nach Hause.“ Nach seiner Zeit bei der RAF (auch in Krisengebieten) war er viel in Südostasien unterwegs. Wann immer Tim in Singapur, Hongkong, Thailand oder Vietnam war, konnte er kleine Brauereien entdecken. „Das hat mir irrsinnig gut gefallen. Auch in London gibt es kleine Hersteller. Ungefähr 300. Auf die Idee für das eigene Bier kam ich aber erst nach meinem Besuch bei Neil.“

Verschiedene Hopfenarten
Braut man den Gerstensaft nach dem Reinheitsgebot, dann sorgen nur Hopfen, Wasser und Malz für den typischen Biergeschmack. „Das Reinheitsgebot ist wichtig, daher gilt es schon seit 1516. Wir verwenden für unser Craft Bier fünf verschiedene Hopfen und ebenso viele Malzsorten. Dazu noch Himbeeren oder Vanille. Das macht den Unterschied aus“, erklärt Tim.
Kurz nach dem Jahrtausendwechsel habe in der Gesellschaft ein Umdenken begonnen. Dieser Bewusstseinswandel habe die Menschen dazu gebracht, intensiver über mehr Qualität nachzudenken. „Im Jahreslauf gibt es saisonale Höhepunkte. Spargel, Wildbret oder neuen Käse zum Beispiel“, so Neil. „Das gleiche gilt für Bockbier oder heurigen Wein. Alles zu seiner Zeit.“

Die zwei Bierbrauer sind überzeugt, dass in den kommenden zehn Jahren zu den bis-
herigen Craft-Brauereien in Österreich noch weitere 100 kleine dazukommen. „Zum Teil werden es Nachfolger der jetzigen sein.“ Das Schönste an ihrem Craft Bier sei, dass sie ein historisch bedeutendes Getränk nicht neu erfunden haben. Mit viel Passion und dem Hang zu höchster Qualität hätten sie es nur aufgefrischt. Tim und Neil haben schon mal aufgezeigt, aber sie haben noch einiges vor. Vor Beginn jedes Brauvorgangs muss die Wasserqualität überprüft werden. Chloride, Sulfate, Wasserhärte und pH-Wert sind für die beiden Bierbrauer von größtem Interesse. Denn am Ende soll ein Produkt höchster Qualität stehen. Der Braubottich wird mit heißem Wasser befüllt. Kleines Korn ganz groß. Im Zillertal wurde viele Jahre lang Getreide angebaut, und zwar großteils Gerste. Im Brauwesen wird sie nach wie vor verwendet. In der höchstgelegenen Craft Brauerei Österreichs lagern jede Menge Säcke mit Hopfen, Malz und Gerste. Aus einem dieser Säcke wird zu Beginn der Braubottich mit Gerste befüllt. Im Bottich haben sich das heiße Wasser und die Gerste zur Maische vermischt. Das Überbleibsel des Brauvorgangs im Bottich wird an das Vieh verfüttert. Da braut sich was zusammen: Was hier aussieht, wie ein wohliges Schaumbad in der Badewanne, ist die Basis für die an den Brauvorgang anschließende Gärung. Brauen ist nicht nur eine Frage des Geruchs- und Geschmackssinns. Beim blick durchs Refraktormeter ist ein gutes Auge wichtig. Mit diesem hochmodernen Messgerät stellt Neil Vousden die Stammwürze fest. Das Reinheitsgebot kennt Wasser, Hopfen und Malz als Zutaten. Im Bild ist die Zugabe des Hopfens zu sehen. Ein kleines Instrument mit großer Bedeutung ist der Wärmetauscher: Nach dem eigentlichen Brauen wird die „Basis“ für das spätere Bier vom Braubottich in den Gärbottich geleitet und von 100°C mittels Zugabe von Frischwasser auf 20°C heruntergekühlt. Die Hauptgärung im Gärbottich dauert zwischen zwei und vier Wochen, abhänging von der Biersorte. In großen Brauereien wird das Abfüllen des Biers in die Flaschen von riesigen Maschinen auf regelrechten Arbeitsstraßen gemacht. In der kleinen Brauerei in Tux können maximal drei Flaschen auf einmal befüllt werden. Die abschließende Gärung erfolgt in der Flasche. Nach Zugabe der Hefe werden die Flaschen mit einem Kronenverschluss verschlossen.

FOTO: GPHOTO / MARTIN GUGGENBERGER