Vom Zillertal in die große Fußballwelt

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Mit vollem Elan gehen die beiden Burschen in ihre nächste Trainingseinheit. Es wird gesprintet, Übungen mit dem Ball gemacht und ein paar Taktikbesprechungen mit dem Trainer durchgeführt. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Für Leon und Moritz war es ein langer Tag, so wie viele in der Woche. Denn während viele andere Burschen in ihrem Alter die Freizeit genießen, Baden gehen oder mit Freunden unterwegs sind, steht für die beiden Zillertaler der Fußball an oberster Stelle. Der Ball ist ihre große Leidenschaft und das schon von klein auf.
Bereits mit fünf Jahren sind sie zum Fußball gekommen. Leon hat im Fußballverein in Tux seine ersten Versuche mit dem Leder unternommen, Moritz tat dasselbe in Mayrhofen. Fußball war bald ihre Leidenschaft, obwohl sie auch die Chance hatten, andere Sportarten auszuprobieren. »Ich habe mit fünf eigentlich mit dem Langlaufen angefangen, aber Fußball hat mir mehr gefallen«, erinnert sich Leon zurück. Für Moritz war anfangs nicht ganz klar, ob Fußball der richtige Sport ist. »Am

»Heimweh hatten wir nie. Wir vermissen aber die Berge.«

Anfang hat es mir nicht so gefallen, da wollte ich gar nicht zum Training. Aber dann hat es mir richtig Spaß gemacht«, erklärt er.
Beide sind über ihre Väter zum Fußball gekommen. Sie haben ebenso im Zillertal Fußball gespielt und ihre Söhne mit dem Virus angesteckt. Moritz und Leon haben auch bis heute volle Unterstützung durch ihre Väter bekommen.
Der nächste Tag beginnt für die beiden früh. Jetzt ist Schule angesagt. Inzwischen haben Leon und Moritz den Sprung in die Red Bull Akademie in Salzburg geschafft. Dort werden sie nicht nur sportlich gefordert. In der Red Bull Akademie gilt der Leitsatz von 51 % Bildung und 49 % Sport – so steht es auf der Homepage der Nachwuchsschmiede. Auch für die beiden Zillertaler heißt es am Vormittag lernen und pauken. Denn nach Abschluss der Akademie sollen die beiden eine gute Ausbildung neben dem Fußball besitzen.
Für Leon und Moritz spielt aber das runde Leder noch immer die Hauptrolle in ihrem Alltag. Mit Leidenschaft und Hingabe absolvieren sie ihre Einheiten und geben in den Spielen 110 %. Immerhin wollen sie später Fußballprofis werden.
Zurück ins Zillertal. Nachdem der Anfang geschafft wurde, haben die beiden in ihren Vereinen die ersten Erfolge eingefahren. »Ich habe sieben Jahre in Mayrhofen gespielt«, erinnert sich Moritz zurück. Leon war die ersten Jahre noch Feldspieler, bis er ins Tor gewechselt ist. Schließlich wurden sie in die Landesauswahl aufgenommen und trainierten im Landesausbildungszentrum mit den Besten in Tirol. Dort hat auch Leon seine Position gewechselt und spielt seitdem im Tor. Schließlich wurden die Nachwuchsscouts von Red Bull Salzburg auf die beiden Talente aufmerksam. »Ich bin von Red Bull gesichtet worden und wurde gefragt, ob ich in die Red
Bull Akademie gehen möchte«, erklärt Leon. Für beide war die Entscheidung leicht, obwohl es für die Teenager ein großer Schritt war, vom Zillertal nach Salzburg zu gehen. Seit Herbst 2018 liegt der sportliche Mittelpunkt nun in der Red Bull Akademie in Liefering bei Salzburg. Hier finden die beiden beste Trainingsbedingungen vor. Sechs Fußballfelder, dazu eine 6000 m² große Trainingshalle und die besten Trainer in Österreich sorgen dafür, dass die jungen Talente sich zu gestandenen Profis entwickeln. Leon und Moritz trainieren und wohnen auf dem Areal. Im Internat sind sie mit ihresgleichen zusammen – nämlich jungen Fußballern, die alle den gleichen Traum verfolgen: Einmal für die Profimannschaft von Red Bull Salzburg aufzulaufen.
Dafür leisten sie einiges. Viermal die Woche stehen sie am Platz und trainieren knapp zwei Stunden ihre Fertigkeiten. Dazu kommt am Wochenende ein Spiel, sei es in der nationalen Liga oder auch im Zuge eines internationalen Nachwuchsturniers. »Letzte Woche waren wir in Italien bei einem Turnier«, erklärt Leon. »Jetzt müssen wir den Schulstoff nachholen«, ergänzt Moritz. Viel Zeit für andere Aktivitäten bleibt nicht übrig. Am Vormittag gehen sie in die Schule, dann steht die Lernstunde am Programm und am späten Nachmittag beginnt das Training.
Moritz und Leon leben jetzt ihren Traum. Für sie ist klar, dass sie einmal als Profi in der höchsten Liga ihr Geld verdienen wollen. »Wir möchten den Sprung in die U18-Akademie und dann nach Liefering in die zweite Liga schaffen«, sind sich beide einig. Nur so haben sie dann die Chance, einmal in der Bundesliga für Salzburg zu spielen. Und das Zillertal? Das wird immer ihre Heimat bleiben. Wenn es die knappe Zeit zulässt, besuchen die beiden ihre Familien in Tux und Mayrhofen und genießen die Tage in ihrer Heimat. Umgekehrt sind ihre Familien so gut es geht bei fast jedem Spiel als Fans anwesend und feuern stolz ihre Söhne am Fußballplatz an. »Ich vermisse schon die Berge, in Salzburg sind sie nicht so präsent wie bei uns im Zillertal«, meint Leon. Aber Heimweh
TEXT & FOTO: Heiko Mandl