Bewusst am Holzweg

Er spielt bereits sieben Musikinstrumente und lernt gerade ein weiteres. Nach fast dreißig Jahren in Mayrhofen hat es ihn nach der Pensionierung wieder ins Elternhaus nach Saalfelden gezogen. Das hindert Holzbildhauer Fritz Moroder allerdings nicht an Ausrückungen für die Bundesmusikkapelle Mayrhofen. Das und mehr hat er der ZILLACHTOLARIN erzählt.

»Da hat die Musik auch eine kameradschaftliche Funktion. Ich fühle mich unter den Damen und Herren hier sehr wohl.«

Fritz Moroder, Musiker und Holzbildhauer aus Mayrhofen

IMMER VERLASS

Es wundere ihn ein wenig, dass wir ausgerechnet ihn ausgesucht hätten. Im Zillertal gäbe es ja Musiker in Hülle und Fülle für Interviews oder Portraits. »Wenn du aber tatsächlich über mich schreiben möchtest«, sagt er, werde er seinen Bart stutzen müssen. Aber nach Saalfelden müsse ich nicht kommen. »Treffen wir uns in Mayrhofen«, schlägt Fritz vor.
Es wundere ihn ein wenig, dass wir ausgerechnet ihn ausgesucht hätten. Im Zillertal gäbe es ja Musiker in Hülle und Fülle für Interviews oder Portraits. »Wenn du aber tatsächlich über mich schreiben möchtest«, sagt er, werde er seinen Bart stutzen müssen. Aber nach Saalfelden müsse ich nicht kommen. »Treffen wir uns in Mayrhofen«, schlägt Fritz vor.

DER BERUF UND DIE VIELSEITIGKEIT VON HOLZ

Zuvor musste er aber einen Brotberuf finden. Sein Interesse an der Arbeit mit dem Werkstoff Holz liegt einerseits in der Familie, andererseits an der vielseitigen Verwendung und der stetigen Veränderung. Nach der Pflichtschule habe er die Bundesfachschule für Holz-, Stein- und Metallbearbeitung in Hallein besucht und diese als ausgebildeter Holzbildhauer abgeschlossen. Nach der Arbeit als Modelleur in einer Gießerei sei irgendwann die Einladung zur Mitarbeit in der Werkstatt seines Onkels Albin in Mayrhofen gekommen. Familiäre Einflüsse lassen sich in seinen Werkstücken auf jeden Fall ausmachen. »Onkel Albin habe ich immer nachgeeifert. Sein Oeuvre werde ich dennoch nicht erreichen«, so Fritz. Während seiner Zeit in Mayrhofen habe er 25 Jahre lang auch für zwei Tischlereien gearbeitet – mit Hauptschwerpunkt auf bildhauerische Verzierungen. In seiner Heimatstadt Saalfelden ziert eine Skulptur mit spielenden Kindern einen Brunnen. Außerdem habe er einiges im sakralen Raum gemacht.
Es wundere ihn ein wenig, dass wir ausgerechnet ihn ausgesucht hätten. Im Zillertal gäbe es ja Musiker in Hülle und Fülle für Interviews oder Portraits. »Wenn du aber tatsächlich über mich schreiben möchtest«, sagt er, werde er seinen Bart stutzen müssen. Aber nach Saalfelden müsse ich nicht kommen. »Treffen wir uns in Mayrhofen«, schlägt Fritz vor.
Fritz spielt Fagott, Klarinette, Piccoloflöte, Querflöte, Saxophon und Sopransaxophon. »Als er zu uns  gekommen ist, spielte er B-Tuba. Wir brauchten aber wen fürs Saxophon. Der Umstieg war für ihn kein Problem«, weiß Kapellmeister Christian Saurwein zu erzählen. Derzeit lernt der ehemalige Musikschullehrer der Landesmusikschule Zillertal Harfe im Eigenstudium. Fritz zu seiner musikalischen DNA: »Mein Großvater und der Vater von Giorgio Moroder – in Hollywood Erfolgreicher Komponist und Musiker – waren Cousins«. Fritz war Mitglied der musikschuleigenen Big Band. Über einen Gitarristen und (bereits verstorbenen) Freund entdeckte er seine Begeisterung für Jazz. Weil Saalfelden seit Jahren Treffpunkt der Jazzwelt ist, gehört der Besuch des jährlichen Festivals in sein Programm.
Ebenso fix sind Proben und Ausrückungen mit der Bundesmusikkapelle Mayrhofen. »Da hat die Musik auch eine kameradschaftliche Funktion. Ich fühle mich unter den Damen und Herren hier sehr wohl«. Diese Bindung habe auch einen Namen. Immer wenn er im Zillertal sei, würden Besuch und gemeinsame Zeit mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Gerda in Mayrhofen unbedingt dazugehören, »denn so eine Beziehung macht das Leben noch schöner. Auch, wenn wir jetzt nicht mehr zusammen wohnen«. Egal ob Klassik, Marsch- und Tanzmusik oder Jazz: Fritz Moroder ist in sämtlichen Genres daheim. Er ist beruflich und in der Freizeit ganz bewusst auf dem Holzweg unterwegs. Mit Erfolg. Und daran soll sich so bald auch nichts ändern.

Text: Susanne Prosser
Foto: GPhoto/ Martin Guggenberger