Christoph Stock aus Stumm
Viele dürften vermutet haben, dass er eines Tages den Familienbetrieb übernehmen wird. Aber manchmal kommt es eben völlig anders als gedacht. Statt Sportartikel zu verkaufen, gehört die ganze Leidenschaft und Liebe von Christoph Stock neben seiner kleinen Familie vor allem der Musik.

Von Nichts kommt Nichts
Im Lauf der Jahre hat sich Christoph Stock einen Namen gemacht. Es war ein langer und mühsamer Weg. Viel Durchhaltevermögen war dafür nötig. Das gilt für Autodidakten wie für akademische Kunst- und Kulturschaffende gleichermaßen. Auf die Frage, was oder wer ihn dazu motiviert habe, sein Leben der Kunst zu widmen, sagt der gebürtige Stummer: „Das war die Liebe zur Musik. Die hat es immer schon gegeben“, so der 44-jährige, „gleichzeitig hab’ ich mir aber immer die Frage gestellt, wie man als Musiker leben kann. Oder ob es sogar eine Frage des Überlebens ist.“

Er sei erstmals durch eine Musikprobe seines Vaters („Zillertal-Echo“) sowie durch die Gesangstätigkeit der Mutter im Riederer Kirchenchor mit Musik und Kultur konfrontiert worden: Mit Musikunterricht für Trompete und Akkordeon an der Hauptschule sowie Gitarre im Eigenstudium machte Christoph Stock erste musikalische Erfahrungen. Seine Zukunft wollte er nach der Handelsschule aber unbedingt auf eine wissenschaftliche Basis stellen. Eines Tages habe er zu seinem Vater Helmut gesagt, dass er zum Studieren nach Wien gehen wolle. Und dass er es nicht in den vorgesehenen acht, sondern in sechs Semestern schaffen möchte. „Wenn du meinst, dass es das Richtige für dich ist … dann mach’ es“, sei die Antwort seines Vaters gewesen. Nein, nicht jeder habe Glück in Form familiären Rückhalts, wie er es hatte. „Während des Studiums in Wien und am Münchner Gitarren-Institut war es überhaupt nie ein Problem, wenn ich für einen Auftritt mit der Band wegmusste.“ Gemeinsam mit ein paar anderen (u. a. Hubi Mauracher) trat Christoph Stock mit den „Groove Doctors“ auf. „Ob das Geschäft mit Kunden zum Anprobieren von Schischuhen oder der Keller mit jeder Menge Service-Skier übersät war, spielte keine Rolle. Die Familie hat immer sehr viel Verständnis gezeigt. So etwas ist nicht selbstverständlich. Wenn ich im Winter im Zillertal bin, arbeite ich im Geschäft natürlich auch mit.“ Als Gitarrist verdiente sich Christoph Stock seine Sporen in verschiedenen Bands wie Whyrauch, Aschenputtel oder Mauracher. Mittlerweile führt er in Wien sein eigenes Tonstudio.

Kräftiger Push durch Aufträge für den ORF
Ein wichtiger Weggefährte in diesem Zusammenhang ist Hannes Haberl. Der Laimacher hat am Gustav Mahler Konservatorium Gesang studiert und unter anderem die Signation für das ORF-Wirtschaftsmagazin ECO komponiert. Später durfte auch Christoph Stock für den ORF Musik komponieren. So hat er beispielsweise für die Staffeln eins bis acht der „Dancing Stars“ die Musikstücke arrangiert. Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs arbeitete er an der Musik für eine Universum-Dokumentation und für den Dokumentarfilm „Einstein und der Wiener Kreis“ (der im Jänner 2018 auf ORFIII zu sehen war).

Die Begriffe „Stock“ und „Zillertal“ werden heute nicht mehr nur mit dem Olympiasieger von 1980 oder mit dem Hotel in Finkenberg in Zusammenhang gebracht, sie stehen auch für kreative Arbeit. Auf die Frage, warum seine Heimatgemeinde ein guter Nährboden für Künstler und Kreative zu sein scheint, antwortet Christoph Stock: „Das lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Ich denke, das ist ein glücklicher Zufall.“ Schaut man sich Stumm genauer an, findet man gleich mehrere Kreative. Egal, ob es sich um Heinz Tipotsch oder Roland Silbernagl handelt. Sowohl der alte Hase im Tiroler Theaterleben als auch der Theater- und Fernsehschauspieler leben in Stumm oder sind dort aufgewachsen. Mit beiden habe er seit Sommer 2004 auch beim „Stummer Schrei“ zu tun. „Martin Flörl hat mich als musikalischer Leiter damals gefragt, ob ich mitarbeiten möchte. Das war eine Ehre für mich, und ich mache es noch immer. In der Zeit des Festivals wächst eine spezielle Beziehung untereinander und zur Musik.“ Mit Roland Silbernagl habe er schon bei der Musikkapelle zu tun gehabt. „Als Trompeter ist er neben mir gesessen.“ Zuletzt komponierte Christoph Stock für den Film „Zingerle“ die Filmmusik. Roland Silbernagl spielt darin die Hauptrolle.

Kulturinitiativen im Zillertal
Carlo Goldonis Komödie „Diener zweier Herren“ (die Musik dazu stammt aus seiner Feder) war außerdem auch Initialzündung für weitere Kultur-Initiativen im Zillertal. „SchwindelFREI“ in Tux oder „Steudltenn“ in Uderns zum Beispiel. Zur Entwicklung der Kulturlandschaft im Zillertal meint er: „Bei uns im Zillertal wird ja fast das ganze Jahr über Theater gespielt. Diese Bühnen in den Gemeinden sind enorm wichtig. Die verschiedenen Festivals und Initiativen sehe ich als sehr gute Ergänzung im Sommerangebot. Und es gelingt auch sehr gut, dass sich die unterschiedlichen Initiativen nicht gegenseitig Publikum wegnehmen.“ Erstens achte man auf den Terminkalender und zweitens spreche man zum Teil sogar unterschiedliche Zielgruppen an. „Kulturelles Engagement erweitert den Horizont. Es ist eine Chance für den Tourismus, aber vor allem eine Bereicherung für die Menschen im Tal. Tourismus und Kultur brauchen sich gegenseitig.“

Obwohl er in Wien auch Jazzgitarre studiert hat, komponiert der Komponist und Musikarrangeur im Tonstudio nur selten mit der Gitarre, sondern meistens mit dem Klavier. „Das Klavier eignet sich zum Komponieren einfach besser.“ Ob ein Regisseur oder Drehbuchautor mit fixen Vorstellungen in Sachen Filmmusik zu ihm komme, oder ob er quasi freie Hand habe, sei von Auftrag zu Auftrag unterschiedlich. In den meisten Fällen bekomme er das Drehbuch, anhand dessen er erste Vorschläge erarbeite. Manchmal werde ein Vorschlag (mit Änderungen) fast eins zu eins übernommen, manchmal müsse die Musik neu geschrieben werden. „Mit dem Rohschnitt eines Films folgt dann die finale Arbeit im Studio. Es gibt Zeiten mit mehreren parallel laufenden Baustellen. Da muss ich zwischendurch meine Festplatte im Gehirn löschen, um Platz für neue Ideen zu schaffen. Es gibt genauso auch Flaute-Perioden mit fehlendem Input. Aber insgesamt kann ich glücklich sein. Am Ende unseres Gesprächs spricht aus Christoph Stock eine Art von Dankbarkeit, denn „ich bin nicht die ganze Woche über im Büro und nur zwischendurch einmal daheim. Nein. Vieles kann ich von zuhause aus machen. Im Vergleich mit anderen kann ich dadurch mein Kind aufwachsen sehen. Es gibt eigentlich nichts Schöneres.“

Ausbildung
1996 Musikunterricht (Trompete,
Akkordeon), Selbststudium Gitarre
1996-1997 Studium am „MGI- Münchner Gitarren Institut“ mit Diplom
2000-2005 Studium Jazz-Gitarre am „Gustav Mahler Konservatorium“ (Wien), Abschluss mit Diplom (Joe Valentin)
2001-2005 Studium Jazz-Arrangement/Komposition am Gustav Mahler Konservatorium (Wien) Abschluss mit Diplom (Christian Mühlbacher)

Christoph Stock aus Stumm
Viele dürften vermutet haben, dass er eines Tages den Familienbetrieb übernehmen wird. Aber manchmal kommt es eben völlig anders als gedacht. Statt Sportartikel zu verkaufen, gehört die ganze Leidenschaft und Liebe von Christoph Stock neben seiner kleinen Familie vor allem der Musik.

Von Nichts kommt Nichts
Im Lauf der Jahre hat sich Christoph Stock einen Namen gemacht. Es war ein langer und mühsamer Weg. Viel Durchhaltevermögen war dafür nötig. Das gilt für Autodidakten wie für akademische Kunst- und Kulturschaffende gleichermaßen. Auf die Frage, was oder wer ihn dazu motiviert habe, sein Leben der Kunst zu widmen, sagt der gebürtige Stummer: „Das war die Liebe zur Musik. Die hat es immer schon gegeben“, so der 44-jährige, „gleichzeitig hab’ ich mir aber immer die Frage gestellt, wie man als Musiker leben kann. Oder ob es sogar eine Frage des Überlebens ist.“

Er sei erstmals durch eine Musikprobe seines Vaters („Zillertal-Echo“) sowie durch die Gesangstätigkeit der Mutter im Riederer Kirchenchor mit Musik und Kultur konfrontiert worden: Mit Musikunterricht für Trompete und Akkordeon an der Hauptschule sowie Gitarre im Eigenstudium machte Christoph Stock erste musikalische Erfahrungen. Seine Zukunft wollte er nach der Handelsschule aber unbedingt auf eine wissenschaftliche Basis stellen. Eines Tages habe er zu seinem Vater Helmut gesagt, dass er zum Studieren nach Wien gehen wolle. Und dass er es nicht in den vorgesehenen acht, sondern in sechs Semestern schaffen möchte. „Wenn du meinst, dass es das Richtige für dich ist … dann mach’ es“, sei die Antwort seines Vaters gewesen. Nein, nicht jeder habe Glück in Form familiären Rückhalts, wie er es hatte. „Während des Studiums in Wien und am Münchner Gitarren-Institut war es überhaupt nie ein Problem, wenn ich für einen Auftritt mit der Band wegmusste.“ Gemeinsam mit ein paar anderen (u. a. Hubi Mauracher) trat Christoph Stock mit den „Groove Doctors“ auf. „Ob das Geschäft mit Kunden zum Anprobieren von Schischuhen oder der Keller mit jeder Menge Service-Skier übersät war, spielte keine Rolle. Die Familie hat immer sehr viel Verständnis gezeigt. So etwas ist nicht selbstverständlich. Wenn ich im Winter im Zillertal bin, arbeite ich im Geschäft natürlich auch mit.“ Als Gitarrist verdiente sich Christoph Stock seine Sporen in verschiedenen Bands wie Whyrauch, Aschenputtel oder Mauracher. Mittlerweile führt er in Wien sein eigenes Tonstudio.

Kräftiger Push durch Aufträge für den ORF
Ein wichtiger Weggefährte in diesem Zusammenhang ist Hannes Haberl. Der Laimacher hat am Gustav Mahler Konservatorium Gesang studiert und unter anderem die Signation für das ORF-Wirtschaftsmagazin ECO komponiert. Später durfte auch Christoph Stock für den ORF Musik komponieren. So hat er beispielsweise für die Staffeln eins bis acht der „Dancing Stars“ die Musikstücke arrangiert. Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs arbeitete er an der Musik für eine Universum-Dokumentation und für den Dokumentarfilm „Einstein und der Wiener Kreis“ (der im Jänner 2018 auf ORFIII zu sehen war).

Die Begriffe „Stock“ und „Zillertal“ werden heute nicht mehr nur mit dem Olympiasieger von 1980 oder mit dem Hotel in Finkenberg in Zusammenhang gebracht, sie stehen auch für kreative Arbeit. Auf die Frage, warum seine Heimatgemeinde ein guter Nährboden für Künstler und Kreative zu sein scheint, antwortet Christoph Stock: „Das lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Ich denke, das ist ein glücklicher Zufall.“ Schaut man sich Stumm genauer an, findet man gleich mehrere Kreative. Egal, ob es sich um Heinz Tipotsch oder Roland Silbernagl handelt. Sowohl der alte Hase im Tiroler Theaterleben als auch der Theater- und Fernsehschauspieler leben in Stumm oder sind dort aufgewachsen. Mit beiden habe er seit Sommer 2004 auch beim „Stummer Schrei“ zu tun. „Martin Flörl hat mich als musikalischer Leiter damals gefragt, ob ich mitarbeiten möchte. Das war eine Ehre für mich, und ich mache es noch immer. In der Zeit des Festivals wächst eine spezielle Beziehung untereinander und zur Musik.“ Mit Roland Silbernagl habe er schon bei der Musikkapelle zu tun gehabt. „Als Trompeter ist er neben mir gesessen.“ Zuletzt komponierte Christoph Stock für den Film „Zingerle“ die Filmmusik. Roland Silbernagl spielt darin die Hauptrolle.

Kulturinitiativen im Zillertal
Carlo Goldonis Komödie „Diener zweier Herren“ (die Musik dazu stammt aus seiner Feder) war außerdem auch Initialzündung für weitere Kultur-Initiativen im Zillertal. „SchwindelFREI“ in Tux oder „Steudltenn“ in Uderns zum Beispiel. Zur Entwicklung der Kulturlandschaft im Zillertal meint er: „Bei uns im Zillertal wird ja fast das ganze Jahr über Theater gespielt. Diese Bühnen in den Gemeinden sind enorm wichtig. Die verschiedenen Festivals und Initiativen sehe ich als sehr gute Ergänzung im Sommerangebot. Und es gelingt auch sehr gut, dass sich die unterschiedlichen Initiativen nicht gegenseitig Publikum wegnehmen.“ Erstens achte man auf den Terminkalender und zweitens spreche man zum Teil sogar unterschiedliche Zielgruppen an. „Kulturelles Engagement erweitert den Horizont. Es ist eine Chance für den Tourismus, aber vor allem eine Bereicherung für die Menschen im Tal. Tourismus und Kultur brauchen sich gegenseitig.“

Obwohl er in Wien auch Jazzgitarre studiert hat, komponiert der Komponist und Musikarrangeur im Tonstudio nur selten mit der Gitarre, sondern meistens mit dem Klavier. „Das Klavier eignet sich zum Komponieren einfach besser.“ Ob ein Regisseur oder Drehbuchautor mit fixen Vorstellungen in Sachen Filmmusik zu ihm komme, oder ob er quasi freie Hand habe, sei von Auftrag zu Auftrag unterschiedlich. In den meisten Fällen bekomme er das Drehbuch, anhand dessen er erste Vorschläge erarbeite. Manchmal werde ein Vorschlag (mit Änderungen) fast eins zu eins übernommen, manchmal müsse die Musik neu geschrieben werden. „Mit dem Rohschnitt eines Films folgt dann die finale Arbeit im Studio. Es gibt Zeiten mit mehreren parallel laufenden Baustellen. Da muss ich zwischendurch meine Festplatte im Gehirn löschen, um Platz für neue Ideen zu schaffen. Es gibt genauso auch Flaute-Perioden mit fehlendem Input. Aber insgesamt kann ich glücklich sein. Am Ende unseres Gesprächs spricht aus Christoph Stock eine Art von Dankbarkeit, denn „ich bin nicht die ganze Woche über im Büro und nur zwischendurch einmal daheim. Nein. Vieles kann ich von zuhause aus machen. Im Vergleich mit anderen kann ich dadurch mein Kind aufwachsen sehen. Es gibt eigentlich nichts Schöneres.“

Ausbildung
1996 Musikunterricht (Trompete,
Akkordeon), Selbststudium Gitarre
1996-1997 Studium am „MGI- Münchner Gitarren Institut“ mit Diplom
2000-2005 Studium Jazz-Gitarre am „Gustav Mahler Konservatorium“ (Wien), Abschluss mit Diplom (Joe Valentin)
2001-2005 Studium Jazz-Arrangement/Komposition am Gustav Mahler Konservatorium (Wien) Abschluss mit Diplom (Christian Mühlbacher)