Deftige Zillertaler Kost

Herzlich werden wir am »Greidlhof« in Fügen von der charmanten Bäuerin Annelies Sprenger willkommen geheißen. Sie kocht für uns eine richtige »Zillachtoler Spezialität« – die Schliachtanudeln. Bei den Nudeln dürfen die Käsesorten Graukäse und Ziegerkäse nicht fehlen
Die Fügener Ortsbäuerin und Gemeinderätin Annelies kocht sehr gerne Zillertaler Spezialitäten. Ihr liegt auch viel daran, dass die Jugend die Zillertaler Hausmannskost kennt und kochen kann. »Ich selbst habe die Schliachtanudeln vor vielen Jahrenvon meiner Mama gelernt«, erzählt die hübsche Blondine gleich zu Beginn. Annelies ist in Hopfgarten aufgewachsen, ihre Eltern waren gebürtige Zillertaler. Beim Ausgehen vor nunmehr 21 Jahren hat sie in der Disco »Badwandl« in Fügen ihren Mann, den Bauern Hias, kennengelernt. »Meine Brüder, bis auf einen, der den Hof in Hopfgarten übernommen hat, sind allesamt wieder im Zillertal gelandet«, erzählt Annelies, die seit einem Jahr mit Leib und Seele Ortsbäuerin von Fügen ist. Die 48-Jährige ist es gewohnt, in der gemütlichen Küche für ihre beiden Kinder, Matthias und Veronika, sowie für ihren Mann, ihren Schwager und ihren Schwiegervater zu kochen. »Viele trauen sich nicht, die Schliachtanudeln zu machen, obwohl sie in meinen Augen nicht besonders schwierig zuzubereiten sind.«

»Die größte Schwierigkeit liegt wohl darin, die Nudeln zuzubereiten.«

Annelies Sprenger, Ortsbäuerin Fügen

Der Nudelteig

Für den Nudelteig gibt man das Mehl und die beiden Eier in eine Schüssel. Hinzu kommt das Salz und lauwarmes Wasser. »Der Teig wird gemixt, bis er relativ fest ist«, erklärt Annelies. Dann beginnt sie mit dem händischen Kneten des Teiges mit viel Mehl auf einem flachen Untergrund.  »Der Teig wird ganz dünn ausgewalkt. Dabei ist wichtig, immer reichlich Mehl zu verwenden«, erklärt die leidenschaftliche Köchin. Den dünnen Teig rollt Annelies dann zusammen und schneidet feine, schmale Nudeln ab. Diese lockert sie auf einer bemehlten Fläche auf. »So, die Hauptarbeit wäre erledigt«, schmunzelt die Zweifachmutter. Sie und ihr Mann Hias sind Vollerwerbsbauern und haben noch dazu Ferienwohnungen.  

Die Fertigstellung

In einem kleinen Topf bereitet Annelies zum Schluss noch braune Butter und Zwiebeln zu, mit denen sie die Schliach- tanudeln garniert. »Wichtig für die Schliachtanudeln ist vor allem scharfer Käse. Sollte der Geschmack zu wenig intensiv sein, gibt man noch ein Stück Zieger oder Salz und Pfeffer hinzu«, erklärt Annelies. Was nach so einer deftigen Mahlzeit natürlich nicht fehlen darf, ist ein gutes Stamperl Schnaps – diesen macht der Schwiegervater am »Greidl-hof« aus der Wunderpflanze des Zillertals, der Meisterwurz, selbst.

Schliachtanudeln
Rezept für ca. 6 Personen
Zutaten Teig:

– 50 dag doppelgriffiges Mehl
– 2 Eier
– lauwarmes Wasser
– Salz

Weitere Zutaten:
– zirka 1,5 Liter Wasser
– Salz
– 1 Becher Rahm
– 20 dag sehr würziger Käse
– 15 dag Graukäse
– eventuell etwas Zieger
– Butter und Zwiebeln

Zubereitung:
1. Aus Mehl, Eiern, Salz und Wasser einen festen
Nudelteig zubereiten.
2. Den Teig dünn auswalken, dazu immer reichlich Mehl verwenden.
3. Danach den Teig einrollen.
4. Feine, schmale Nudeln abschneiden. Diese auf einer bemehlten Fläche auflockern.
5. Nun Salzwasser zum Kochen bringen, die Nudeln und die verschiedenen Käsesorten hineingeben. Die Temperatur zurückdrehen. Wenn die Masse schön sämig ist, Rahm dazugeben und vorsichtig umrühren. Das Ganze einige Minuten ziehen lassen.
6.  Zwiebeln fein schneiden und in Butter goldig
anschwitzen.
7.  Zum Schluss mit brauner Butter und Zwiebeln (eventuell auch  Schnittlauch) garnieren.

Text: Tanja Gruber Foto: GPHOTO/Martin Guggenberger