Der Hågmoar geht nach Tirol

Anfang Mai trafen sich die Ranggler aus dem Alpenraum im Zillertal, um beim Gauder-Ranggeln den Hågmoar 2019 auszuranggeln. 140 junge Athleten stellten sich der Herausforderung, nur einer konnte sich zum Gauder-Hågmoar küren. Der kam aus Osttirol und wies seine Gegner souverän in die Schranken.
Das Gauder-Ranggeln war der Höhepunkt des Gauder Festes im Zillertal und konnte mit spannenden Kämpfen die vielen Zuseher begeistern. Das Gauder-Ranggeln ist aber mehr als ein Sportfest. An dem Tag trifft sich das ganze Zillertal in Zell am Ziller, um seine Lokalhelden anzufeuern. Das Ranggeln hat im Zillertal eine lange Tradition. »Das Ranggeln hat es hier schon immer gegeben«, erklärt der Obmann des Zillertaler Rangglervereines Anton Wurm. Er organisiert zudem das Gauder-Ranggeln und ist auch als Trainer aktiv. »Ab Jänner werden die ersten Vorbereitungen für das Gauder-Ranggeln begonnen«, so Wurm. Immerhin sind an dem Tag bis zu 2000 Zuseher und Fans in der Halle. Da sollte jeder Handgriff passen.

Aber nicht nur das Organisationsteam, auch die Athleten beginnen schon früh mit ihren sportlichen Vorbereitungen. Mindestens drei Mal die Woche wird in den Vereinen trainiert. Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit wird nur selten in die Wiege gelegt. Wobei die jüngsten Ranggler fast schon im Windelalter ihre ersten Versuche unternehmen. »Der heurige Hågmoar hat schon mit acht Jahren geranggelt«, erklärt Wurm.

Hågmoar? Klingt wie ein alter Wikinger auf einem nordischen Schiff. Kommt aber aus dem Alpenraum und bedeutet soviel wie ein Meister, der über seine eigene Siedlung hinaus von Bedeutung ist. Zumindest war das früher mal so. »Der Hågmoar war früher der echte Schlichter und Richter, er hat Grenzen gezogen und Entscheidungen gefällt«,

TEXT: Heiko Mandl FOTO: Simon Hausberger