Geduldige Handarbeit zum perfekten Gamsbart. Josef Hauser aus Hart Zillertal hat sich als singender Gamsbartbinder weitum einen Namen gemacht. In etliche mitteleuropäische Länder ist er mit seiner Handwerkskunst und dem Gesang gekommen. Nun erzählt er hier von dem Kulturgut und gibt Einblicke in sein seltenes Hobby. Der Gamsbart – früher ein Zeichen von Wohlstand und Tradition, heute ist das Binden der kostbaren Gamshaare eine beinahe verlernte Handwerkskunst. Josef Hauser übt dieses Handwerk seit seiner Kindheit aus. „Seinerzeit hat mir ein Berufsjäger das Binden in einigen Tagen beigebracht“, erzählt er von seinen Anfängen. „Wie ein schöner Gamsbart aussehen soll, lernt man aber erst mit der Zeit und der Erfahrung.“ Geholfen hat ihm auch immer sein Vater wie auch mitunter die Mutter, gemeinsam übten sie dieses Hobby jahrzehntelang aus. Mit Maridl, wie seine Mutter genannt wurde, war er zudem auf verschiedenen Veranstaltungen unterwegs. Auch am Goinger Handwerkskunstmarkt machten sie zwanzig Jahre halt, durch ihren Freund Stanglwirt Balthasar Hauser wurden sie darauf aufmerksam. Mit dabei waren stets nicht nur die einzelnen Haarbüschel und das Bindewerkzeug, sondern auch Instrumente, um richtig aufspielen, singen und jodeln zu können. „Alle haben beim Markt mitgesungen, es entstand eine singende Gemeinschaft bei diesem Goinger Handwerkstreffen.“ Auch die sakrale Musik gehört seit seiner Kindheit gleich wie das Gamsbartbinden zum Leben von Josef und seiner Familie. Apropos musikalische Auftritte: die hatte der singende Gamsbartbinder unter anderem zusammen mit seiner Mutter und in den letzten Jahren auch mit seiner Lebensgefährtin Barbara mehrmals beim ehemaligen Bundespräsidenten der Republik Österreich, Dr. Heinz Fischer, in der Hofburg, sowie beim EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker bei seinem Tirol-Urlaub. „Beide haben auch ihre Stimmen bei unseren Tiroler Liedern erklingen lassen.“ Lange Haare des Aalstrichs
Josef Hauser aus Hart im Zillertal hat sich als singender Gamsbartbinder weitum einen Namen gemacht. In etliche mitteleuropäische Länder ist er mit seiner Handwerkskunst und dem Gesang gekommen. Nun erzählt er hier von dem Kulturgut und gibt Einblicke in sein seltenes Hobby. Der Gamsbart – früher ein Zeichen von Wohlstand und Tradition, heute ist das Binden der kostbaren Gamshaare eine beinahe verlernte Handwerkskunst. Josef Hauser übt dieses Handwerk seit seiner Kindheit aus. „Seinerzeit hat mir ein Berufsjäger das Binden in einigen Tagen beigebracht“, erzählt er von seinen Anfängen. „Wie ein schöner Gamsbart aussehen soll, lernt man aber erst mit der Zeit und der Erfahrung.“ Geholfen hat ihm auch immer sein Vater wie auch mitunter die Mutter, gemeinsam übten sie dieses Hobby jahrzehntelang aus. Mit Maridl, wie seine Mutter genannt wurde, war er zudem auf verschiedenen Veranstaltungen unterwegs. Auch am Goinger Handwerkskunstmarkt machten sie zwanzig Jahre halt, durch ihren Freund Stanglwirt Balthasar Hauser wurden sie darauf aufmerksam. Mit dabei waren stets nicht nur die einzelnen Haarbüschel und das Bindewerkzeug, sondern auch Instrumente, um richtig aufspielen, singen und jodeln zu können. „Alle haben beim Markt mitgesungen, es entstand eine singende Gemeinschaft bei diesem Goinger Handwerkstreffen.“ Auch die sakrale Musik gehört seit seiner Kindheit gleich wie das Gamsbartbinden zum Leben von Josef und seiner Familie. Apropos musikalische Auftritte: die hatte der singende Gamsbartbinder unter anderem zusammen mit seiner Mutter und in den letzten Jahren auch mit seiner Lebensgefährtin Barbara mehrmals beim ehemaligen Bundespräsidenten der Republik Österreich, Dr. Heinz Fischer, in der Hofburg, sowie beim EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker bei seinem Tirol-Urlaub. „Beide haben auch ihre Stimmen bei unseren Tiroler Liedern erklingen lassen.“ Lange Haare des Aalstrichs
Wer nun davon ausgeht, dass ein Gamsbart wirklich aus den Haaren vom Kinn der Gämsen besteht, der irrt sich gewaltig: von der Rückenoberseite – oder im Jägerjargon vom Ziemer – der Tiere stammen die Haare. Für das Binden eines kapitalen Bartes sind die Haare von mehreren Gamsböcken nötig, die alle weder zu jung noch zu alt sein dürfen, damit die perfekte Färbung gegeben ist. Das Rohmaterial für die Bärte erhält der Harter von heimischen Jägern. Nach dem Abschuss, wenn das Tier noch warm ist, werden die Haare oft auf waidmännische Art gerupft. Geduld führt zum Ziel
Im Keller seines Hauses hat sich Josef einen Raum für sein Hobby eingerichtet, sorgfältig sortiert sind bereits allerhand Haare in einem Schrank verstaut. Auf dem Tisch liegen unzählige, verschieden lange, fertige Haarbüschel – sie werden später zu einem Gamsbart gebunden. „Viel Zeit braucht man zum Binden der einzelnen Bündel“, weiß er. „Man braucht für einen kapitalen Bart um die 250 bis 300 einzelne Büschel. Ein derartiger Bart besteht aus 35.000 bis 40.000 einzelnen Haaren.“ Dabei müssen die Gamshaare vorweg penibel sortiert werden. „Die Gamshaare sollen einen schönen Reif haben, das sind die weißen Spitzen“, erklärt er. „Wobei chemisch nachgebleicht werden kann. Das muss aber unbedingt beim Verkauf dazugesagt werden.“ Dann nimmt er sich einige gleichlange Haare, sie werden dann in einem Glas eben gestoßen. Anschließend bindet er sie mit einem Faden zu einem Büschel zusammen. Immer wieder das gleich Prozedere, bis die kürzeren wie längeren Bündel zusammengebunden auf dem Tisch liegen. Der Länge nach sortiert, versteht sich.
Danach nimmt Josef ein Metallstäbchen in seine Hände und bindet die einzelnen Büschel, mit den kurzen beginnend, nach und nach auf dieses Stäbchen. Immer wieder kämmt er die Haare mit viel Fingerspitzengefühl durch. Nach einer Weile nimmt der Gamsbart dann Form an, die etwas längeren Bündel werden bereits herumgebunden. Zuletzt soll der Bart unten noch mit einem Band verschönert werden. Die Herstellung eines kapitalen Gamsbarts dauert rund 40 bis 50 Stunden, mehr als 2000 Euro kann solch einer wert sein. Jeder Bart ein Unikat
„Ich habe hier einen fertigen Gamsbart“, sagt Josef und zeigt auf ein Unikat. Er hält die Haare zusammen, eine flache Mulde bildet sich in der Mitte. „Genau so soll der Bart sein.“ Er lässt die Haare wieder auseinanderfallen, kämmt sie nochmals durch und steckt sie auf den Hut. „Es ist immer eine Genugtuung, wenn ein Gamsbart so gelingt, wie ich es mir vorstelle.“ Die Tradition des Gamsbartbindens ist in Tirol wie auch Bayern und Salzburg vorhanden. „Es wäre schade, wenn es dieses Handwerk irgendwann nicht mehr geben würde“, sagt er. „Im Sinne meiner verstorbenen Eltern werde ich das Gamsbartbinden wie auch das Singen, wenn es die Gesundheit erlaubt, weiterhin mit Freude ausüben.“ » Wichtig ist beim Gamsbart, dass das Gesamtbild stimmig ist. «

In geduldiger Handarbeit zum perfekten Gamsbart
Josef Hauser aus Hart im Zillertal hat sich als singender Gamsbartbinder weitum einen Namen gemacht. In etliche mitteleuropäische Länder ist er mit seiner Handwerkskunst und dem Gesang gekommen. Nun erzählt er hier von dem Kulturgut und gibt Einblicke in sein seltenes Hobby. Der Gamsbart – früher ein Zeichen von Wohlstand und Tradition, heute ist das Binden der kostbaren Gamshaare eine beinahe verlernte Handwerkskunst. Josef Hauser übt dieses Handwerk seit seiner Kindheit aus. „Seinerzeit hat mir ein Berufsjäger das Binden in einigen Tagen beigebracht“, erzählt er von seinen Anfängen. „Wie ein schöner Gamsbart aussehen soll, lernt man aber erst mit der Zeit und der Erfahrung.“ Geholfen hat ihm auch immer sein Vater wie auch mitunter die Mutter, gemeinsam übten sie dieses Hobby jahrzehntelang aus. Mit Maridl, wie seine Mutter genannt wurde, war er zudem auf verschiedenen Veranstaltungen unterwegs. Auch am Goinger Handwerkskunstmarkt machten sie zwanzig Jahre halt, durch ihren Freund Stanglwirt Balthasar Hauser wurden sie darauf aufmerksam. Mit dabei waren stets nicht nur die einzelnen Haarbüschel und das Bindewerkzeug, sondern auch Instrumente, um richtig aufspielen, singen und jodeln zu können. „Alle haben beim Markt mitgesungen, es entstand eine singende Gemeinschaft bei diesem Goinger Handwerkstreffen.“ Auch die sakrale Musik gehört seit seiner Kindheit gleich wie das Gamsbartbinden zum Leben von Josef und seiner Familie. Apropos musikalische Auftritte: die hatte der singende Gamsbartbinder unter anderem zusammen mit seiner Mutter und in den letzten Jahren auch mit seiner Lebensgefährtin Barbara mehrmals beim ehemaligen Bundespräsidenten der Republik Österreich, Dr. Heinz Fischer, in der Hofburg, sowie beim EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker bei seinem Tirol-Urlaub. „Beide haben auch ihre Stimmen bei unseren Tiroler Liedern erklingen lassen.“ Lange Haare des Aalstrichs
Wer nun davon ausgeht, dass ein Gamsbart wirklich aus den Haaren vom Kinn der Gämsen besteht, der irrt sich gewaltig: von der Rückenoberseite – oder im Jägerjargon vom Ziemer – der Tiere stammen die Haare. Für das Binden eines kapitalen Bartes sind die Haare von mehreren Gamsböcken nötig, die alle weder zu jung noch zu alt sein dürfen, damit die perfekte Färbung gegeben ist. Das Rohmaterial für die Bärte erhält der Harter von heimischen Jägern. Nach dem Abschuss, wenn das Tier noch warm ist, werden die Haare oft auf waidmännische Art gerupft. Geduld führt zum Ziel
Im Keller seines Hauses hat sich Josef einen Raum für sein Hobby eingerichtet, sorgfältig sortiert sind bereits allerhand Haare in einem Schrank verstaut. Auf dem Tisch liegen unzählige, verschieden lange, fertige Haarbüschel – sie werden später zu einem Gamsbart gebunden. „Viel Zeit braucht man zum Binden der einzelnen Bündel“, weiß er. „Man braucht für einen kapitalen Bart um die 250 bis 300 einzelne Büschel. Ein derartiger Bart besteht aus 35.000 bis 40.000 einzelnen Haaren.“ Dabei müssen die Gamshaare vorweg penibel sortiert werden. „Die Gamshaare sollen einen schönen Reif haben, das sind die weißen Spitzen“, erklärt er. „Wobei chemisch nachgebleicht werden kann. Das muss aber unbedingt beim Verkauf dazugesagt werden.“ Dann nimmt er sich einige gleichlange Haare, sie werden dann in einem Glas eben gestoßen. Anschließend bindet er sie mit einem Faden zu einem Büschel zusammen. Immer wieder das gleich Prozedere, bis die kürzeren wie längeren Bündel zusammengebunden auf dem Tisch liegen. Der Länge nach sortiert, versteht sich.
Danach nimmt Josef ein Metallstäbchen in seine Hände und bindet die einzelnen Büschel, mit den kurzen beginnend, nach und nach auf dieses Stäbchen. Immer wieder kämmt er die Haare mit viel Fingerspitzengefühl durch. Nach einer Weile nimmt der Gamsbart dann Form an, die etwas längeren Bündel werden bereits herumgebunden. Zuletzt soll der Bart unten noch mit einem Band verschönert werden. Die Herstellung eines kapitalen Gamsbarts dauert rund 40 bis 50 Stunden, mehr als 2000 Euro kann solch einer wert sein. Jeder Bart ein Unikat
„Ich habe hier einen fertigen Gamsbart“, sagt Josef und zeigt auf ein Unikat. Er hält die Haare zusammen, eine flache Mulde bildet sich in der Mitte. „Genau so soll der Bart sein.“ Er lässt die Haare wieder auseinanderfallen, kämmt sie nochmals durch und steckt sie auf den Hut. „Es ist immer eine Genugtuung, wenn ein Gamsbart so gelingt, wie ich es mir vorstelle.“ Die Tradition des Gamsbartbindens ist in Tirol wie auch Bayern und Salzburg vorhanden. „Es wäre schade, wenn es dieses Handwerk irgendwann nicht mehr geben würde“, sagt er. „Im Sinne meiner verstorbenen Eltern werde ich das Gamsbartbinden wie auch das Singen, wenn es die Gesundheit erlaubt, weiterhin mit Freude ausüben.“ » Wichtig ist beim Gamsbart, dass das Gesamtbild stimmig ist. «

FOTO: GPHOTO / MARTIN GUGGENBERGER