»Z’Weber kimt ma zom !«

Als richtiger »Schwendacha« kennt man den Weberhof, der direkt hinter dem Ferienhotel Neuwirt liegt. Die Hofbesitzer Waltraud und Franz Rauch sind bekannt dafür, immer eine offene Tür für Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte zu haben. In der gemütlichen Küche treffen sich Jung und Alt auf einen Kaffee oder ein Schnapserl.

»Bei uns daheim kommen wir gerne zusammen, auch Freunde und Bekannte sind immer willkommen.«

Waltraud und Franz Rauch, Weberhof

»Bei uns daheim kommen wir gerne zusammen, auch Freunde und Bekannte sind immer willkommen.«

Waltraud und Franz Rauch, Weberhof

Mit einem herzlichen »Kemts eicha« werden wir von Waltraud und Franz Rauch und Hund »Prinz« begrüßt. Türklingel gibt es keine, am Weberhof ist jeder willkommen. Im Gang befindet sich ein alter Bauernkasten und es hängen etliche Auszeichnungen an der Wand, denn Franz und sein Enkel Mario haben neben ihren Kühen ebenso etliche Tiroler Steinschafe. Einige Hühner und ein Haflinger, wenn auch nur noch zum Hobby, gehören zum Viehbestand dazu. Vom breiten Gang weg führt gleich links die Tür hinein in die gemütliche, große Stube. »Bis auf die neue Tischplatte und die Vorbänke, die wir aus unserem eigenen Birnbaum herstellen haben lassen, ist alles noch wie damals«, erzählt Waltraud. Über dem Kachelofen ist eine Bank zum Liegen. »Das ist ein besonders gemütliches Plätzchen«, schmunzelt Bauer Franz. An den Wänden hängen Jagdtrophäen von Vater Josef, der ein leidenschaftlicher Jäger war, auch der Lampenschirm über dem Esstisch ist aus einer Trophäe gefertigt.

VOM SCHNAPSBRENNEN UND PERCHTEN

Weiter geht es in die große Küche. »Diesen Teil und auch unser Schlafzimmer, das Bad und die beiden Ferienwohnungen im Dachgeschoss haben wir renoviert und auch eine Heizung installiert«, erzählt Franz. Vom Küchenfenster aus schaut man direkt auf die Brennhütte. »Das Schnapsbrennen gehört für uns einfach dazu, diese Leidenschaft hat mein Mann von seinem Vater Sepp geerbt«, lächelt Waltraud. Seit Maria Theresia hat die Familie Rauch das Brennrecht. Nicht umsonst ist der Weberhof vor allem bei den »Perchten« in Schwendau bekannt. Die Kinder freuen sich jedes Jahr am 5. Jänner auf das »Pinggal-Perchten-Gehen«, während die Erwachsenen es kaum erwarten können, dass es dunkel wird und sie als »Schnaps-Perchten« durch die Häuser ziehen können. »Bei uns kommen jährlich sicherlich an die hundert Perchten – und die bekommen dann natürlich unseren selbstgebrannten Schnaps und siaße Krapflang serviert, auch so manches Tanzbein schwingen die Perchten zur Ziachamusik von Enkel Mario«, erzählt Waltraud. An der Wand in der Küche hängen etliche Familienfotos. Franz und Waltraud haben drei Kinder – Andrea, Katrin und Matthias und Enkel Mario. Alle Kinder sind erwachsen und wohnen nicht mehr am Hof, aber stehen immer tatkräftig zur Seite. »Unser Enkel Mario besucht derzeit die LLA Rotholz und wird den Hof hoffentlich irgendwann in unserem Sinne weiterführen«, sagt Franz.

EIN HOF MIT GESCHICHTE

»Der Weberhof ist schon lang im Besitz unserer Familie, das Bauernhaus wurde laut der Jahreszahl auf dem Dach um rund 1700 errichtet«, berichtet Franz. Der Besitz der Familie Rauch bestand aus drei Höfen, »wovon mein Nene Johann Rauch 1936 den Weberhof übernahm. Leider verstarb er im Jänner 1940 und im vierzigsten Lebensjahr nach einem Unfall bei der Holzarbeit.« Er hinterließ seine Frau Maridl mit zehn Kindern, auch der älteste Sohn Franz verstarb 1946 auf Grund eines Stromschlags früh. Somit war Franz’ Vater Josef als Zweitältester für den Hof und seine Geschwister verantwortlich. Im November 1948 heiratete Josef Rauch Antonia, sie bekamen sieben Kinder. »Bereits in den 50er-Jahren begann meine Mutter mit der Zimmervermietung am Weberhof«, erinnert sich Franz zurück. Das Wasser wurde noch mit Waschkrügen in die Zimmer gebracht. »Leider verstarb Antonia 1995 mit 67 Jahren, danach haben wir die Zimmervermietung eingestellt«, erzählt das Ehepaar, welches 1977 geheiratet hat. 1980 haben sie sich ein Haus unterhalb des Gartens gebaut. »2003 haben wir mit der Renovierung des Bauernhauses begonnen, 2012 sind wir wieder eingezogen und fühlen uns hier mehr als wohl«, so das Ehepaar Rauch abschließend.
TEXT: Tanja Gruber FOTO: GPHOTO / Martin Guggenberger