»Rauf auf die Alm .«

Beim Red Bull Almauftrieb trafen sich 500 Starter, um 600 Höhenmeter so schnell wie möglich bergauf zu bewältigen. Dabei mussten sie bei verschiedenen Stationen ihr Geschick und ihre Kraft beweisen. Der Zillertaler Markus Kröll war auch mit am Start und zeigte eine herausragende Performance.

»Letztes Jahr konnte ich nicht mitmachen, ich war mit Ivica Kostelic auf einem Abenteuertrip in Kroatien und hatte keine Zeit«, erklärt Markus Kröll seine heurige Premiere beim Red Bull Almauftrieb. Neues Jahr, neues Glück, und so stand der Bergläufer Mitte Juni mit 500 anderen Startern an der Startlinie. Almauftrieb, was jeden Frühsommer die Bauern mit ihren Kühen machen, hat ganz und gar nichts mit dem Event zu tun. Außer vielleicht, dass eine Strecke bergauf bewältigt werden muss. Während das Vieh aber gemächlich hoch zur Alm trottet, müssen die Teilnehmer in Mayrhofen schon richtig Gas geben, um vorne dabei zu sein. Sechs Kilometer und 600 Höhenmeter umfasst die Strecke hinauf zum Ziel. Wäre das nicht schon anstrengend genug, müssen acht Challenges bewältigt werden. Dabei geht es um Herausforderungen wie Milchkannen tragen oder Heu-Kraxln. Für Markus Kröll war die Strecke keine Überraschung. »Die Strecke kenne ich sehr gut von meinen Trainingsläufen. Bis auf ein steiles Stück bei Brandberg bin ich alle Trails schon gelaufen«, erklärt Kröll. Samstag, Punkt 15:00 Uhr ging es dann in
Mayrhofen los. Die Kuhglocken ertönten und die Teilnehmer machten sich in verschiedenen Blöcken an die Strecke ran. Nach kurzer Zeit standen sie bereits vor der ersten Challenge,
dem Heu-Kraxln. Danach kam gleich die Wood-Carry

bei der die Sportler Baumstämme tragen mussten. Für Markus Kröll waren die Challenges meist kein Problem, das Laufen so und so nicht, immerhin ist er seit 30 Jahren Bergläufer. Einzig
beim Tragen der 50 Kilogramm schweren Milchkannen hatte er seine Probleme, wiegt er selbst ja nur knapp 60 Kilogramm. Doch seine Motivation war ungebremst. Ein Berglauf-Event
zu Hause, ausgetragen von seinem Sponsor, da konnte er nicht weniger als 110 % geben. Kröll war aber nicht der einzige bekannte Sportler im Starterfeld. Snowboard-Ass Benjamin
Karl aus Osttirol stellte sich ebenso der Herausforderung Almauftrieb wie auch Fitness-Influencerin Anna Engelschall. Sie gaben alle, wie auch die anderen Teilnehmer, ihr Bestes, um die
Challenges zu schaffen. Dabei spielten nicht nur Kraft und Kondition eine wichtige Rolle. Nein, Geschicklichkeit und Intelligenz waren bei den Überraschungs-Challenges ebenso gefragt.
Nach dem Farmer-Carry war Kröll wieder in seinem Element. Über steile und steinige Trails führt der Weg bergauf zum Milchkandl-Carry. 700 Meter und rund 150 Höhenmeter mussten die
Teilnehmer je zwei 4 Kilogramm schwere Milchkandln tragen, bevor sie zu den letzten Challenges laufen durften. »Das Milchkannentragen war richtig gut. Hier konnte ich meine Trailerfahrung ausspielen und Zeit gut machen«, so Markus Kröll. Danach ging es nach einer Labestation weiter zur nächsten Challenge, bei der am Heuwagen »Reifen« gewechselt werden mussten. Beim Alm-Count mussten die Sportler ihr Hirn einschalten, um die Überraschungschallenge zu meistern. Davor musste noch ein mit Hindernissen verzierter Heustadl überwunden werden. Alle, die den Alm-Count nicht schafften, mussten den nächsten Streckenabschnitt mit Holzscheiten beladen meistern. »Das war schon interessant, plötzlich mussten wir rechnen, um die Challenge zu schaffen«, erinnert sich Kröll. Die letzte Challenge wartete kurz vor dem Ziel auf ihn und seine Mitstreiter. Nach einem schmerzhaften Anstieg Richtung Steinerkogel mussten die Sportler beim Almhütten-Climb an einem Seil hinauf klettern und so die finale Herausforderung schaffen. Schließlich schaffte es Markus Kröll ins Ziel. Er wurde insgesamt Zweiter und gewann die Masters-Klasse souverän. Einzig Manuel Innerhofer aus Neukirchen am Großvenediger konnte mit einer Zeit von 36 Minuten und 47 Sekunden den Lokalmatador um knapp sechs Minuten schlagen. Letztes Jahr gewann übrigens sein Zwillingsbruder Hans-Peter den Event. Snowboarder Benny Karl belegte bei seinem zweiten Start mit 50 Minuten und 4 Sekunden einen achtungsvollen zwölften Rang. Bei den Damen zeigte Alexandra Hauser aus Sankt Johann in Tirol die beste Mischung aus Kraft und Ausdauer. Mit der Top-Zeit von 48 Minuten und 20 Sekunden gewann sie den Almauftrieb 2019. Rang 2 erreichte Anita Eckerstorfer mit einer Zeit von 50 Minuten und 57 Sekunden. Für Markus Kröll war seine Premiere ein einzigartiges Erlebnis. Das neue Format, zusammengesetzt aus Trailrunning und den verschiedenen Challenges, die Körper und Geist herausfordern macht den Event für ihn zu einem einzigartigen Erlebnis.Auf die Frage zur Teilnahme im nächsten Jahr antwortet der Zillertaler ohne zu zögern. »Klar bin ich wieder dabei, außer ich befinde mich mit Ivica Kostelic wieder auf einer einsamen Insel zu einem neuen Trail-Abenteuer«, so Kröll schmunzelnd.

»Der Red Bull Almauftrieb war für mich eine neue Erfahrung und hat mir gefallen. Das klingt nach einer Wiederholung.« Markus Kröll, Trailläufer Unbenannt

DEFTIGE KOST

»Bei uns in Scheffau hat jeder sein eigenes Klientel an Gästen. Dadurch helfen wir auch zusammen«, beschreibt er. »Vor 50 Jahren war jeder dem anderen neidisch, das mag ich überhaupt nicht. Zusammenarbeit ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Kei- ner muss Angst haben, dass ihm der andere etwas wegnimmt. Man soll miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.« Reichhaltige und g’schmackige Kost – die findet man auf der Karte des Weberbauers. Angst vor der Kalorie scheint Ludwig in diesem Sinne nicht zu haben. »Die Gerichte, die bodenständig sind, kann man aber durchaus noch mit neuen Kreationen wirkungsvoller gestalten«, meint Ludwig. »Auch wenn es nur mit einer Form ist, die man beispielsweise verändert.« Schweinsbraten bleibt aber Schweinsbraten, »der Geschmack bleibt der gleiche«. Oder der Skinchip, der wäre auch ein Beispiel für Neues. Hierfür löst Ludwig die Haut vom Fischfilet und frittiert dieses eigens. Viel Chi chi wird es bei ihm dennoch nie auf dem Teller geben. »Pinzettenkoch bin ich einfach keiner, als Gourmetkoch möchte ich mich ebenso nicht bezeichnen. Das will ich auch gar nicht sein.« Muss er auch nicht: Denn der Tafelspitz kommt auch so traditionell delikat und beinahe so wie das Original aus Wien auf den Tisch. Blattspinat, Röst- kartoffeln und Apfelkren gibt es dazu. So wie es sich gehört, nimmt das Fleisch vor dem Verzehr noch ein Bad in der frischen und selbst aufgesetzten (zum Glück!) Bouillon. »Die Gäste, die zu uns in den Weberbauer kommen, wollen großteils bodenständig essen. Ich mache zwar andere Menüs auch, aber diese muss man extra bestellen.«

DER WEG DIREKT NACH HAUSE

Ich wollte heim.« Heimatverbunden ist der Koch aber heutzu- tage noch genauso wie früher. Auch was die Herkunft der Lebensmittel, die er verarbeitet, betrifft. Von den Landwirten aus der Region bezieht er oftmals das Fleisch. Verhandelt wird die Lieferung nicht allzu selten am Stammtisch nach dem sonntäglichen Kirch- gang. »Bio muss es für mich aber nicht un- bedingt sein.« Das Bio-Siegel trug auch nicht die Gams, die in den Schlutzkrapfen verar- beitet wurde. Dafür stammte sie aus der Jagd von Ludwigs Bruder und direkt aus den loka- len Wäldern. Braune Butter, Schmelz-Cherry- tomaten, Bergkäsehobel und ein wenig Kres- se für’s Auge und die Schärfe gesellten sich zu dem Fleisch des Wildtiers auf den Teller. Mehr braucht’s nicht.
Dabei wurde ihm das Kochen direkt in die Wiege gelegt, etwas anderes ist nie in Frage gekommen. »Ich habe schon als Kind ger- ne gekocht«, erzählt er von seiner Kindheit. Die Lehre zum Koch hat er in Going beim Dorfwirt gemacht, direkt zuhause beim We- berbauern wollte er nie seine Lehrzeit ver- bringen. »Wenn man daheim lernt, dann wird man meiner Meinung nach schon etwas bevorzugt. Und genau das wollte ich vermei- den.« Zurück in den elterlichen Betrieb kehrte Ludwig ohnehin nach seiner Lehre ohne Um- schweife, unter dem damaligen und langjäh- rigen Küchenchef Sepp Sappl arbeitet er als Beikoch ein paar Jahre mit. Mit Mitte zwanzig übernahm er den Küchenchefposten. »Zu der Zeit haben mir aber auch viele nahegelegt, ich soll raus in die Welt«, schildert er. »Heute bereue ich das, damals wäre es aber für mich nicht in Frage gekommen.
TEXT: Heiko Mandl FOTO: Mirja Geh / Red Bull Content Pool, Becknaphoto